Roter Gang mit Zellentüren – Titelmotiv des Buches
Sachbuch · NS-Familiengeschichte

Unser Großvater
und Auschwitz

Zeit, das Schweigen zu brechen

„Zwei Schwestern finden den Namen ihres Großvaters im Buch eines Auschwitz-Überlebenden. Sie forschen nach – und finden heraus, was viele Deutsche bis heute verdrängen: die Mitschuld von Vorfahren am Holocaust."

Nicola Meier · Süddeutsche Zeitung

Die Autorinnen

Zwei Schwestern auf Spurensuche

Almuth Salentijn & Ute Sterr haben über Jahre der NS-Vergangenheit des Großvaters nachgespürt und eine Vielzahl an Quellen ausgewertet.

Almuth Salentijn und Ute Sterr gemeinsam

Almuth Salentijn & Ute Sterr

Almuth Salentijn

Verwaltungsjuristin & Dozentin

Almuth Salentijn ist Geschäftsführerin des Bergischen Studieninstitutes für kommunale Verwaltung und Dozentin bei der KGSt in Köln. Nach dem Jura-Studium in Freiburg und Bonn und dem Referendariat in Bochum machte sie in Speyer den zusätzlichen Abschluss Magister der Verwaltungswissenschaften.

Sie startete ihren beruflichen Werdegang im Rechtsamt der Stadtverwaltung Wuppertal und übernahm in der Folge verschiedene Führungspositionen. Sie leitete das Haupt- und Personalamt sowie das Büro des Oberbürgermeisters Uwe Schneidewind.

Ute Sterr

Schulleiterin & Coach

Ute Sterr ist Schulleiterin der Adelheidisschule in Bonn und als Schulleitungscoach für alle Schulformen tätig. Sie studierte die Fächer Deutsch, Mathematik und Musik für das Grundschullehramt und schloss das Zusatzstudium Interkulturelle Pädagogik an der Universität Münster ab.

Nach beruflichen Stationen an Grundschulen in Duisburg und Bonn ging sie 2010 für zwei Jahre nach La Paz/Bolivien und unterrichtete dort am Colegio Alemán. Damit knüpfte sie an Auslandserfahrungen aus der eigenen Schulzeit an: Von 1977 bis 1984 lebte sie mit der Familie in Ägypten und besuchte – wie ihre Schwester Almuth – die Deutsche Schule in Kairo.

Veranstaltungen

Lesungen & Workshops

Hier werden laufend aktuelle Veranstaltungen bekannt gemacht.

10. November 2026

„Unser Großvater und Auschwitz"

Buchvorstellung · Buchhandlung Bonn · Ort, Zeit & Eintritt folgen
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20. Januar 2027

„Buchvorstellung NS-Täterrecherche"

Paderborn · Ort, Zeit & Eintritt folgen
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10. März 2027

„Ein NS-Täter aus Oerlinghausen"

Buchvorstellung Oerlinghausen · Ort, Zeit & Eintritt folgen
Zum Veranstalter
Buchcover: Unser Großvater und Auschwitz
Das Buch

Unser Großvater und Auschwitz

Zeit, das Schweigen zu brechen

Die Autorinnen tauchen ein in die Geschichte der Judenverfolgung in den besetzten Niederlanden und stellen Fragen zur Verantwortung ihres Großvaters.

Hat der Großvater selbst gefoltert, getötet?

Wusste er, was in Auschwitz geschah?

Bereute er später seine Taten?

Wie ging man im Nachkriegsdeutschland mit Tätern wie ihm um?

Im Zuge ihrer jahrelangen Recherchen kommen die Schwestern mit Nachfahren von Opfern in Kontakt und entwickeln eine eigene Haltung im Umgang mit der Schuld in der Familie.

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BUXUS EDITION

Feldmark 107 · 44803 Bochum

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Fritz Koch
Im Zentrum der Recherche

Fritz Koch

Der Großvater der Autorinnen

Seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus steht im Mittelpunkt des Buches. Die Fragen nach Schuld, Wissen und Verantwortung, denen Almuth Salentijn und Ute Sterr nachgehen, knüpfen an seine Geschichte an.

Recherche

Sie haben auch eine Spur?

Sie möchten mehr über Ihre eigene Familiengeschichte herausfinden?
Hier einige Tipps für die Recherche zur NS-Vergangenheit in der Familie.

Erste Schritte

„Ein Täter, Mitläufer, Zuschauer, Opfer in der Familie" — Materialien zu biografischen Familienrecherchen, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Studienheft 09/2023

Offizielle und private Quellen zur eigenen Familie wie Familien-, Stamm- und Kirchenbücher

NSDAP-Mitgliederkartei — catalog.archives.gov (vereinfachter Zugang für Abonnenten bei DIE ZEIT, DER SPIEGEL und der Süddeutschen Zeitung)

Zitate

Stimmen gegen das Vergessen

„Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden."

Fritz Bauer · Generalstaatsanwalt der Auschwitz-Prozesse

„Ich sage, seid Menschen. Wir sind alle gleich. Es gibt kein christliches, kein muslimisches, kein jüdisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut."

Margot Friedländer · Holocaust-Überlebende

„Es gibt Ungeheuer, aber sie sind zu wenig, als dass sie wirklich gefährlich werden können. Wer gefährlicher ist, das sind die normalen Menschen."

Primo Levi · Holocaust-Überlebender

„Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz. Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig."

Sophie Scholl · Widerstandskämpferin

„Das war die Dummheit, die so empörend war. Und das habe ich eigentlich gemeint mit der Banalität. Da ist keine Tiefe – das ist nicht dämonisch! Das ist einfach der Unwille, sich je vorzustellen, was eigentlich mit dem anderen ist."

Hannah Arendt · über den Eichmann-Prozess, 1961

„Das ist meine Botschaft an die, die nach mir kommen, an die jungen Menschen, an Sie alle: Seid nicht gleichgültig! Seid nicht gleichgültig, wenn rechtsextremer und antisemitischer Hass durch die Gesellschaft zieht, seid nicht gleichgültig, wenn Minderheiten diskriminiert werden, seid nicht gleichgültig, wenn großmäuliger Populismus die Welt für sich beschlagnahmen will, seid nicht gleichgültig bei Krieg und Gewalt. Seid dem Gebot treu, dem elften Gebot: Du sollst nicht gleichgültig sein!"

Marian Turski · Holocaust-Überlebender, im Bundestag zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

„Menschen in Gefahr zu helfen, ist keine Frage des Mutes, sondern eine Entscheidung, die jeder Mensch in seinem Leben treffen muss, um zwischen Gut und Böse zu unterscheiden."

Miep Gies · Helferin der Familie von Anne Frank

„Sich anzuschauen, was der eigene Uropa im Krieg gemacht hat und zu verstehen, dass der Mensch, den man liebt, auch Teil der Tätergesellschaft war. Das kann beides existieren."

Susanne Siegert · in „Gedenken neu denken"